2018/11/13

Nähglück Hose und Hummelhonig Panda im Stoffonkel Design

BY kleineSchneiderin 1 comment

Hallo Ihr Lieben,

ihr könnt mir sagen was ihr wollt...es muss eine angeborene Vorliebe bei Jungs für Autos, Bagger und Technikkrams geben! Anders kann ich es mir nicht erklären, warum unser Jüngster so darauf abfährt (im wahrsten Sinne des Wortes!), obwohl wir sein Interesse hierfür nicht besonders gefüttert haben. Im Gegenteil, zu seinem letzten Geburtstag bekam auch er unter anderem eine kleine Puppe, für die er sich allerdings nie besonders interessiert hat! Hoch im Kurs dagegen stehen alle möglichen Autos, insbesondere Bagger und sein Polizeiauto, Schienen und Eisenbahn, technische Haushaltsgeräte und natürlich meine Nähmaschine (haha!), die aber auch schon ordentlich Frustrationspotential hatte. Er liebt es nämlich das Handrad vor - und zurück zu drehen, aber auch die Stichlänge und breite zu verstellen, bereitet ihm zu meinem Leidwesen große Freude ;-)
Manchmal sitzt er beim Nähen auf meinem Schoß und darf dann das Nähfüßchen senken, den Verriegeln-Schalter drücken und auch die Nadeln aus dem Stoff ziehen.


Genäht habe ich ihm ein "Panda" Langarmshirt von Hummelhonig und eine Nähglück Hose (Freebook). Das Shirt habe ich ohne Anpassungen in Gr. 98 genäht. In der Weite passt es ihm supergut, da er ziemlich schmal ist. In der Länge hätte ich ohne weiteres 10 cm einsparen können. Aber so passt es ihm eben länger!


Zum Schnittmuster der Hose gibt es inzwischen schon Updates. Meine Version bezieht sich noch auf eine frühe Variante, die ich aus meiner anfänglichen Nähzeit schon ausgedruckt hatte. Von den Doppelgrößen habe ich Gr. 98/104 ausgewählt. Ich finde die Hose sitzt wirklich gut! Das Bauchbündchen habe ich etwas enger zugeschnitten, aber sonst habe ich keine Veränderungen vorgenommen. Das Schnittmuster beinhaltet auch Taschen, die ich aber weggelassen habe.


Es ist übrigens das erste Mal, dass ich eine Hose mit Kordelzug genäht habe. Meine ersten Erfahrungen mit dem Anbringen von Ösen habe ich auch erst kürzlich beim Kleid Noa gesammelt. Bis dato habe ich meine Prym Zange nur zum Druckknöpfe anbringen genutzt.


Die Stoffe sind übrigens alle aus einer Herbst-Großbestellung vom Stoffonkel: der braune Sweatstoff ist innen etwas angeraut und ganz weich. Das Oberteil aus Jersey mit den Baustellenfahrzeugen wollte mein Sohn gar nicht mehr ausziehen.




Schnittmuster: Shirt: Panda von Hummelhonig, Hose: Freebook von Nähglück
Stoffe: Bio Jersey von Stoffonkel und Bio Sweat mit Ringelbündchen, ebenfalls Stoffonkel
Verlinkt: creadienstag
Kiddikram

2018/11/08

Weste Nelly

BY kleineSchneiderin IN , , , , No comments

Das Schnittmuster zur Weste Nelly wurde mir von Freuleins kostenlos für das Probenähen zur Verfügung gestellt.

Hallo Ihr Lieben,


ich durfte für Katrin von Freuleins die Weste Nelly probenähen.


Ich finde so eine Weste ja sehr praktisch. Passt eigentlich zu allem! Und ist auch unter einer Jacke tragbar. Apropos, der verwendete Stoff kommt euch wahrscheinlich bekannt vor. Denn es ist ein verbliebener Rest von meinem Mantel. Für die Belege und die Kapuze habe ich einen anderen, aber farblich passenden Stoff gewählt.


Zur Stoffauswahl ist anzumerken, dass man unbedingt einen Stoff auswählen sollte, der nicht franst. In der Anleitung wird insbesondere Walk empfohlen. Die Weste wird nämlich offenkantig vernäht, d.h. ohne die Kanten zu versäubern. Dadurch ist Nelly auch ruck zuck fertig.


Irgendwie hatte ich den Stoff anders in Erinnerung und dachte er sei perfekt für dieses Vorhaben geeignet. Schließlich musste ich aber mit Entsetzen feststellen, dass die Kanten  doch fransten.


Um die Weste zu "retten" habe ich auf alle Kanten Fransenstopp von Prym (Fray Check) aufgetragen und es hat gewirkt! Falls jemand noch dieses Problem hat, wäre das ein Tipp. Ansonsten fiel mir hinterher ein könnte man die Kanten sicher auch mit Schrägband einfassen.


Schnittmuster: Weste Nelly von Freuleins
Stoff: Wollgemisch von Karstadt
Verlinkt: www.naehfrosch.de
sewlala

2018/11/06

So schnell ist ein Blogjahr vorbei

BY kleineSchneiderin IN , , , , , , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

ja ihr lest richtig! Mein Blog feiert tatsächlich schon seinen ersten Geburtstag! Anfang November 2017 habe ich den Schritt in die Bloggerwelt gewagt. Ich hatte das Glück, dass mir mein Bruder das Grundgerüst "gebaut" hat und ich loslegen konnte den Blog mit Leben zu füllen. Und so viel ist seitdem passiert! Mit so viel Resonanz hätte ich nie gerechnet!

Es macht mich stolz die Entwicklung zu sehen. Damit meine ich zum Beispiel die Auswahl der Schnittmuster: vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich einen Schneeanzug für die Kinder nähen könnte. Dies ist mir durch das Probenähen bei Lotte und Ludwig möglich geworden. Überhaupt war mir der Gedanke des Probenähens zu Beginn des Blogs noch völlig fremd. Bis bei mir völlig unerwartet die Kooperationsanfrage von Julia von Kreativlabor Berlin eintrudelte. Das haute mich völlig von den Socken. Und inzwischen durfte ich schon einige Male für sie probenähen und habe viel dabei gelernt. Für die Zusammenarbeit mit Siebenblau zum nachhaltigen Nähen wurde mir sogar der Stoff gesponsert!

Für mich ist Probenähen eine Bereicherung: es ermöglicht mir unterschiedliche Schnitte auszuprobieren, darüber neue Stoffe kennenzulernen und zu verarbeiten (z.b. Walk, Softshell, Hanfjersey) und mich mit anderen Näherinnen und Schnittmustererstellerinnen über die FB Gruppe auszutauschen...ja und auch über meinen Tellerrand zu schauen und mich an Projekte zu wagen, die ich so "ganz allein" nicht angegangen wäre. Dabei ist mir wichtig nur die Schnitte für mich auszuwählen, die mir tatsächlich gefallen und auch zu mir passen.

Mit der eingangs erwähnten Entwicklung meine ich aber auch die Aufbereitung der Nähergebnisse für den Blog. Wenn ich mir meine allerersten Beiträge anschaue und sie mit den heutigen vergleiche, sehe ich wie viel hier passiert ist. Da waren die Fotos z.b. anfangs noch sehr dunkel und bedingt durch die Jahreszeit meist in der Wohnung, mit der Altbautür im Hintergrund und mit Stativ geschossen. Seit letztem Weihnachten hat sich meine Fotoausrüstung aber auch verbessert. Für meine Nikon D3100 hatte ich mir ein neues Objektiv mit Festbrennweite gewünscht und nutze dieses (AF-S Nikkor 50 mm 1:1,8 G) seitdem als Standardobjektiv bzw. mein Mann, der die Bilder von mir macht und ich wenn ich die Kinder fotografiere. Vor kurzem habe ich nun über das 85 mm Objektiv gelesen, dass es das eigentliche Portraitobjektiv sei. Allerdings ist das preislich schon ein großer Sprung. Womit fotografiert ihr? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, welches eure Fotoausrüstung ist.

Die Entscheidung für den Blog bereue ich keinen Augenblick, auch wenn ein gewisser Aufwand dahinter steckt, wie man sieht. Doch viele regelmäßige Besucher, inzwischen unglaubliche 30.000 (!), sind eine Bestätigung für mich und ich freue mich über jedes einzelne Feedback!

Was zeige ich euch heute? Das ist zum einen meine zweite Frau Liese. Ja, ich wollte es nochmal versuchen. Diesmal mit kleinen Änderungen: das untere Vorderteil habe ich breiter zugeschnitten und gekräuselt angenäht. Die Ärmel habe ich etwas gekürzt und die linke Stoffseite als lange Bündchen angenäht. Für das Halsbündchen habe ich ebenfalls einen (etwas breiteren) Stoffstreifen der linken Stoffseite verwendet. Der Stoff ist übrigens ein Bio Jersey mit dem Namen Kringel vom Stoffonkel.





Dazu trage ich einen Rock MyHedy. Dieses einfache Schnittmuster mit Passe hinten, Kellerfalten vorn, Bündchen und otionalen Fake-Paspeltaschen von Petit et Jolie liebe ich einfach.


Der Stoff für den Rock ist übrigens ein Mitbringsel aus einem Leipziger Stoffladen. Anfang Oktober um den Tag der deutschen Einheit herum haben wir uns die vor allem architektonisch gut erhaltene und sehenswerte Leipziger Südvorstadt angeschaut. Leipzig hat, wie ich festgestellt habe auch einige interessante Stoffläden und in einem ist dieser tolle griffige Lillestoff Stepper mit Knit Optik in einer meiner momentanen Lieblingsfarben für mich abgefallen.


Da die linke Stoffseite sehr schön ist und gut zum Muster der rechten Seite passt, habe ich, wie bei der Liese, für das untere Bündchen und die hintere Passe einfach die linke Stoffseite verwendet.




Es gibt noch einen kleinen Ausblick auf das, was es bereits morgen auf meinem Blog zu sehen geben wird. Das Ergebnis eines Probenähens für Freuleins. Doch mehr wird noch nicht verraten!




So und nun verabschiede ich mich und verlinke meinen "Geburtstagsblogpost" zum heutigen November-MMM.


Schnittmuster: Frau Liese von Studio Schnittreif, Rock MyHedy von Petit et Jolie
Stoffe: Jersey "Kringel" von Stoffonkel, Stepper Knit Optik zimtorange Lillestoff
Verlinkt: Me made Mittwoch

2018/10/29

Multibag Nr. 2

BY kleineSchneiderin IN , , 1 comment

 Hallo Ihr Lieben,

hier kommt mal wieder ein Taschenpost! 

Nebenbei: ich finde es total interessant, was mir meine Blogger Statistik so verrät. Also, nicht dass ich personenbezogene Daten sammeln würde...nein ;-) Während die Beiträge für die für mich genähte Kleidung im Allgemeinen am häufigsten aufgerufen werden, liegen sowohl Kinderkleidung als auch Taschen abgeschlagen dahinter. Mit einer Ausnahme: meiner ersten Multibag (und zu diesem Exemplar geht`s hier entlang)! Wirklich keiner meiner Kleidungsposts reicht da heran und das finde ich sehr erstaunlich! Wahrscheinlich liegt es daran, dass dieser Betrag recht früh zu den meist aufgerufensten Beiträgen auf meiner Startseite aufgelistet wird und dort von Besuchern gerne aufgerufen wird. Ein weiterer Grund könnte sein, dass meine Multibag, wie ich festgestellt habe, auch bei pinterest gepinnt wurde. Und schließlich scheint eine entsprechende Nachfrage nach derartigen praktischen Taschenschnittmustern vorhanden zu sein. Mir ging es schließlich auch so!

Kein Wunder also, dass meine Oma, die einen "kleinen" Taschentick hat (von dem ich bis dato überhaupt nichts wusste) schier außer sich war, als sie bei unserem letzten Besuch meine Tasche erblickte.
Kann man seiner Oma einen Wunsch abschlagen? Also ich nicht! Daher bin ich ihrem Wunsch nachgekommen und habe ihr ebenfalls eine Multibag, nach dem Schnittmuster von Manufaktur Goldau, genäht.



Sie war wirklich schwer angetan von meiner Tasche, sodass sie unbedingt auch so eine haben wollte. Ich kanns verstehen ;-)


Natürlich hatte sie auch ziemlich konkrete farbliche Vorstellungen: schwarz-rot sollte sie sein. Und bitte nicht zu verspielt! Dezentes Muster oder besser noch gar keines. Einfach angemessen für eine 82-Jährige. Hihi, aber was ist schon "angemessen"? Meine Oma hat ein smartphone, schickt whats app Nachrichten an ihre Enkel und ist selbst auch im Internet unterwegs :-)
Naja, und kein Muster...hmm, damit tat ich mich dann schwer. Außerdem habe ich mir sagen lassen, man solle auch für zu Beschenkende Dinge nähen, die einem selbst gefallen.


Mit diesen Vorgaben bin ich in den Taschen-Stoffladen meines Vertrauens - Frau Tulpe in Berlin - gegangen und habe mich in Ruhe umgesehen. Der schwarze Rundherum-Grundstoff war schnell gefunden...nämlich der gleiche mittelschwere Canvas, wie ich ihn für meine erste Multibag ausgesucht habe, nur eben in schwarz. Dazu dann schwarzes Kunstleder für den Boden. Ihr wisst schon: wasserfest und abwischbar.


Mit der Wahl für den gewünschten roten Stoff für das Reißverschluss-Außenfach und das Tascheninnenleben habe ich zwei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen als ich mich für den japanischen Baumwollstoff Sakura Stars entschied. Denn dieser ist beidseitig bedruckt, mit unterschiedlichem Muster.


So habe ich mich für den kräftigeren Ton für den Außenstoff entschieden und das Blümchenmuster für den Innenstoff verwendet.


Ein Wort noch zum Schnitt: meine eigene Multiba konnte ich bei täglicher Nutzung auf Herz und Nieren prüfen. Eine kleine Schwachstelle habe ich tatsächlich ausgemacht, und zwar an der Rückseite, an der Stelle an der das Gurtband für den Rucksack durchgeführt wird. Diese Stelle wird bei der Rucksacktrageweise besonders beansprucht. Um hier eine bessere Haltbarkeit zu gewährleisten, habe ich nun ein kleines Dreieck in den Stoff genäht.


Schnittmuster: Multibag von Manufaktur Goldau
Stoffe: Sakura Stars, Canvas schwarz, Kunstleder schwarz alles von Frau Tulpe
Verlinkt: Creadienstag

2018/10/25

Eine "alte Bekannte": Frau Fannie

BY kleineSchneiderin IN , , , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

es gibt Schnittmuster, die näht man gerne immer wieder. So geht es mir zum Beispiel mit Frau Fannie von Studio Schnittreif. Meine erste Frau Fannie aus Retroromantik von Astrokatze könnt ihr euch hier ansehen, die zweite Version aus Avalana Jersey hier.


Genäht habe ich wieder eine Größe S. Die Fannie sitzt gemütlich, nicht hauteng. Ein Kleid für jeden Tag. Passt für die Arbeit, ebenso wie in der Freizeit, ob auf dem Spielplatz oder für den Spaziergang...


...oder zum Kaffee trinken ;-)


Bei dem Stoff handelt es sich übrigens um einen Bio Baumwolljersey in nachtblau-meliert von Buttinette. Auf der Homepage wird der Stoff damit beworben, dass er aus kontrolliert biologischem Anbau (kba) stamme und über die gesamte Produktionskette strenge ökologische und soziale Standards eingehalten würden. Auf Nachfrage, wurde mir schriftlich mitgeteilt, der Stoff sei GOTS zertifiziert.


Anders als bei den ersten beiden Fannies habe ich die Naht im Rücken und die Naht zwischen Ober- und Rockteil nochmal abgesteppt. Ein kleines Detail, das mir gut gefällt. Praktisch sind zudem die Taschen:




Schnittmuster: Frau Fannie von Studio Schnittreif
Stoff: Bio-Baumwolljersey in nachtblau-meliert von Buttinette
Verlinkt: Du für Dich am Donnerstag &
sew la la 

2018/10/23

Longsleeve Panda von Hummelhonig mit little Fox (Stoffonkel)

BY kleineSchneiderin IN , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

ich habe einen neuen Basic Schnitt für meine Kinder gesucht -und gefunden! Es ist das Longsleeve Panda von Hummelhonig.


Da der Schnitt recht schmal ausfällt und meine Tochter einen kernigen Körperbau hat, habe ich der Gr. 122 in der Weite noch 2 cm hinzugefügt. So passt es wirklich gut!


Der Stoff mit den süßen Füchsen heißt little Fox und ist ein GOTS zertifizierter Biojersey, den ich beim Stoffonkel gekauft habe. Es gibt ihn übrigens statt in grau auch in grün. Ebenfalls vom Stoffonkel stammt das braun-beige Bio-Ringelbündchen. Ich finde das Oberteil so süß!


Schnittmuster: Longsleeve Panda von Hummelhonig
Stoff: Biojersey Little Fox grau GOTS von Stoffonkel und Bio-Ringelbündchen braun-beige GOTS von Stoffonkel
Verlinkt: Creadienstag
Kiddikram
Ich näh bio
Bio Stoff

2018/10/18

Noa und Gedanken zum nachhaltigen Nähen

BY kleineSchneiderin IN , , , , , , , 5 comments

Das Schnittmuster zum Kleid "Noa" wurde mir von Kreativlabor Berlin, der Stoff von Siebenblau im Rahmen der Kooperation zur Aktion nachhaltig Nähen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Hallo Ihr Lieben, 

ich bin aus allen Wolken gefallen, im positiven Sinne versteht sich!, als ich vor knapp drei Wochen in mein E-mail Postfach geschaut und dort die Anfrage von Julia von Kreativlabor Berlin entdeckt habe, ob ich an einer Kooperation mit ihr und Siebenblau zum nachhaltigen Nähen interessiert sei. Na und ob! Ich bin tatsächlich im Dreieck gehüpft vor Freude, ist es doch eine tolle Bestätigung für meine Arbeit. 

Julia hat mir eine Auswahl von Schnittmustern angeboten. Zunächst liebäugelte ich damit erneut eine Luna zu nähen. Ich mag dieses Schnittmuster sehr, das mit dem Kragen und dem unten angesetzten Stoffteil verspielt und retro zugleich daher kommt. Doch letztendlich siegte die Neugier: ich wollte mich an etwas Neuem versuchen und wählte das Kleid Noa aus. 



Noa zeichnet sich besonders durch die dreieckige Passe im Vorderteil aus. Das Kleid wird in der Taille durch einen Kordelzug gerafft und lässt sich so optimal an die Figur anpassen. Man kann das Kleid mit oder ohne seitliche Eingrifftaschen nähen und hier z. B. durch eine andere Stoffwahl Akzente setzen. Der Halsausschnitt wird mit einem Bündchen versäubert. Auch bei den Ärmeln und beim unteren Rocksaum kann man ein Bündchen ansetzen oder länger zuschneiden, die Schnittlinien sind im Schnittmuster entsprechend gekennzeichnet, und einfach umnähen.


Hier die richtige Stoffwahl zu treffen, finde ich entscheidend, damit das Kleid mit der Passe ein harmonisches Bild abgibt.


Die erste Herausforderung bestand für mich darin, mich innerhalb eines Tages für die Stoffe zu entscheiden. Uff, das war verdammt wenig Zeit, aber wir hatten einen vorgegebenen Zeitplan. Also hab ich erstmal fleißig gedruckt, geklebt, geschnitten und die einzelnen Schnittteile vermessen, um den Stoffverbrauch zu ermitteln.

Mir schwebte ein schönes herbstliches Kleid in warmen Farbtönen vor. Und ich wollte mich etwas trauen und unterschiedliche Stoffe miteinander kombinieren, lud das Schnittmuster ja förmlich dazu ein. Doch wer die Wahl hat...


Beim Stoffe-Stöbern bei Siebenblau kristallisierten sich für mich ein paar besonders schöne Stoffe heraus und die Idee von meinem Kleid reifte immer mehr :-) Mir war ganz schnell klar, dass ich an dem Hanfjersey in dem wunderschönen Lorbeergrün nicht vorbei konnte. Auf den ersten Blick verliebte ich mich ebenso in den cremefarbenen Ajourjersey. Das gleiche Grün wie das für den Rockteil angedachte Lorbeergrün fand ich wieder in dem Jersey mit Schmetterlingsmotiv, sodass ich diesen Stoff sicher als Highlight für die Eingrifftaschen festlegte. Für den Bündchenstoff wollte ich das rotbraun der Schmetterlingsflügel aufgreifen.






Lange unschlüssig war ich mir darüber, wie die Stoffaufteilung für das Oberteil konkret aussehen sollte: Schmetterlinge nur in der Passe oder auch die Ärmel aus diesem Stoff? So wäre der Übergang zum rostbraunem Bündchen perfekt. Aber der Ajourjersey nur für die Passe? Das erschien mir schließlich zu wenig für den schönen Stoff. Und der dezente Einsatz der Schmetterlinge erschien mir stimmiger. Die Entscheidung ob an den Ärmeln cremefarbenes oder rostbraunes Bündchen, ließ ich mir für den Schluss. Denn auch cremefarbenen hatte ich für den Halsauschnitt geordert. Überraschenderweise habe ich den Übergang vom Creme des Ajourjersey zum Rostbraun der Ärmel gar nicht als zu hart empfunden. Damit stand die Entscheidung. Vorab entschied ich mich übrigens ganz schnell gegen ein angesetztes Saumbündchen. An Kleidern mag ich das nicht. So jetzt hab ich euch genug an meinem Gedankenkarussel teilhaben lassen.


Als ein paar Tage später das Paket ankam und ich die schönen Stoffe endlich in Echt streicheln durfte, war ich begeistert! Besonders gespannt war ich auf den Hanfjersey, denn es war das erste Mal, dass ich einen solchen vernähen durfte. Die Haptik ist so toll! Beim Ajourjersey war ich mir unsicher, ob er wohlmöglich zu dünn sein könnte: zumindest wirkte er auf dem Designfoto auf der Siebenblau-Homepage hauchzart. Doch diese Befürchtung bestätigte sich nicht (dennoch trage ich ein leichtes Unterhemd unter dem Kleid).


Die Stoffe waren so schön, dass ich mich kaum traute sie vorzuwaschen...kennt ihr das? Doch um ein späteres Einlaufen zu verhindern, ist das Vorwaschen natürlich Pflicht. Sicher ist sicher dachte ich mir und trennte die hellen Stoffe von den grün/roten Stoffen. Hui, war ich erleichtert über diese Entscheidung, nachdem ich einen Blick ins Waschbecken warf, wo ich die bunten Stoffe per Hand wusch...da wäre das schöne Weiß hinüber gewesen...gar nicht auszudenken!


Für Kreativlabor Berlin habe ich inzwischen bereits einige Schnitte genäht und bin die ausführlichen Anleitungen, die wirklich keine Fragen offen lassen und reichlich mit Bildern bestückt sind, gewohnt. So war es auch dieses Mal bei Noa.

Dennoch trat ein kleines Problem auf: an der Stelle an der der Ajourjersey auf das Taillenbündchen trifft hat der Jersey unschöne Wellen gebildet. Ich habe zunächst den Rat aus der Gruppe befolgt und den Stoff ganz heiß mit Dampf gebügelt. Das hat schon etwas geholfen, aber noch nicht ausreichend. Nach meinem Gefühl war das Kleid im Obereil etwas zu weit, vermutlich da der Jersey doch verhältnismäßig dünn/leicht ist. Nachdem ich das Kleid in der Taille verschmälert habe, bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden!


Was bedeutet für euch eigentlich nachhaltig zu nähen? 

Für mich bedeutet es inzwischen vielerlei. Als ich mit dem Nähen begonnen habe, war das noch kein Thema für mich. Stoffe habe ich einfach nach Farbe/Muster/Gefallen ausgesucht. Spätestens seit der Zusammenarbeit mit Julia von Kreativlabor Berlin wurde das Thema Nachhaltigkeit für mich immer wichtiger. Allein, dass ich mich damit auseinandersetzte und Informationen sammelte, führte zu einem anderen Bewusstsein (durch Wissen). Mittlerweile achte ich auf die Materialzusammensetzung. Ich meide Synthetikfasern und suche nach Alternativen. Statt Fleece aus Synthetik z.B. Baumwollfleece. Ich erweitere Schritt für Schritt mein Wissen über Stoffe, lerne neue Stoffe kennen (wie .B. Lyocell) und woher diese stammen und wie sie gewonnen werden. Dabei wurden auch bereits unberechtigte Vorurteile, die ich gegenüber Viskose hatte, gekippt.

Natürlich ist es besonders toll nachhaltige Bio-Stoffe nach kontrolliert biologischem Anbau (kbA), bestenfalls nach GOTS Standard, also mit fairer Entlohnung der Arbeiter und Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen zu vernähen. Diese Stoffe sind wertiger, sie haben eine besondere Haptik und eine längere Haltbarkeit und vor allem sind sie umweltverträglicher. Für Menschen mit Hautproblemen sind sie sicher die bessere Wahl, aber auch wenn es darum geht Ressourcen zu schonen, sollte man schauen woher die Stoffe kommen und wie sie sich zusammensetzen. Allerdings sind Bio-Stoffe zugegebenermaßen auch ein Kostenfaktor. Wo ich auch gleich beim nächsten Punkt bin: nachhaltig zu nähen, heißt für mich auch nicht maßlos zu nähen oder gar irgendwelchen Trend hinterherzurennen, sondern auch zu schauen, was gebraucht wird. Dementsprechend kann man sich vielleicht auch mal den teureren und wertigeren (!) Bio Stoff gönnen, wenn man sich etwas einschränkt. Das ist sicher manchmal nicht ganz einfach und soll auch kein Dogma sein! Ich nähe nicht ausschließlich Biostoffe. Sich was das Nähverhalten angeht hin und wieder zu hinterfragen, schärft jedoch schon das Bewusstsein.


Mehr Informationen und Gedankenanstöße zum Thema nachhaltiges Nähen erhaltet ihr z.b. hier:

https://www.kreativlaborberlin.de/nachhaltiges-naehen-wie-laesst-sich-das-umsetzen/

oder auch hier:

https://www.kreativlaborberlin.de/bio-baumwolle-vs-konventionelle-baumwolle-macht-das-wirklich-einen-unterschied/


Schaut euch unbedingt auch die anderen tollen Ergebnisse der Aktion zum nachhaltigen Nähen an:
https://www.kreativlaborberlin.de/herbst-winter-inspirationen/

Hashtag: #nachhaltignähen
Instagram-Verlinkung: @kreativlaborberlin und @siebenblau

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Schnittmuster: Noa von Kreativlabor Berlin
Stoffe: Ajour-Jersey, Hanfjersey Lorbeergrün, bio Jersey mit Schmetterlingsmotiv, rostbrauner Bündchenstoff, Kordel - alles von Siebenblau
Verlinkt: Du für Dich am Donnerstagsew la la

2018/10/16

Schmuddelwetter Draußenkind von Lotte und Ludwig

BY kleineSchneiderin IN , , , No comments

Das Schnittmuster Draußenkind wurde mir im Rahmen des Probenähens für die Größenerweiterung zum Draußenkind von Lotte und Ludwig kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wie bereits in meinem letzten Beitrag angekündigt, zeige ich euch heute meine beiden Schmuddelwetter Draußenkinder.


Für Theo habe ich Gr. 98 vernäht, für Lina erneut Gr. 122. Beide Anzüge habe ich gefüttert genäht sowie mit versteckten Bündchen, mit Taschen, Zipfelkapuze und kurzem Reißverschluss.


Diese Anzüge sollen eine Ergänzung zu den Walkanzügen sein: der Kleine hat noch seinen Disana Anzug von letztem Jahr, der noch passt und der Großen habe ich ein Draußenkind aus Walk, mit Popeline gefüttert, genäht. Da ich die Walkanzüge aber nur bei schönem Herbst-/Winterwetter einsetzen mag, sind nun zusätzlich diese Anzüge für Schlechtwetter entstanden.


Als Hauptstoff habe ich einen Nano Softshell mit Membran verwendet. Herkömmlicher Softshell, den man nahezu überall und in allen Farben und mit tollen Motiven bekommen kann, erfüllt leider nicht die Anforderungen, nach denen ich gesucht habe: wind- und wetterfest, robust und vor allem wasserdicht! Wie ein guter Schneeanzug eben!


Über die Probenähgruppe bin ich auf die Seite aktivstoffe gestoßen und dort fündig geworden: für Lina habe ich einen Nanotex Klimamembran Softshell in Pink bestellt. Da mir der Anzug einfarbig doch etwas langweilig ausschauen würde, habe ich für die Taschen und Ärmel, also die Stellen die nicht ganz so beansprucht werden, nach einem "normalen" Softshell zum Kombinieren gesucht. Diesen wunderschönen blauen Softshell mit Blumenmuster habe ich bei etsy entdeckt und da ich ihn so toll fand gleich noch mehr bestellt, als ich für dieses Projekt brauchte. Aus dem "Rest" plane ich eine Jacke zu nähen.


Gefüttert habe ich beide Anzüge übrigens mit einem kuscheligen Baumwollfleece. Im Gegensatz zu einfachem Fleece, ist Baumwollfleece ist die natürliche Alternative zum synthetischen Fleece und aufgrund des hohen Baumwollanteils von 80% deutlich atmungsaktiver.


Den Anzug für Theo habe ich bei der Aufteilung der Stoffe ganz ähnlich gehalten: der Hauptstoff ist ebenfalls ein Nanotex Klimamembran Softshell, hier in dunkelblau. Als Kombistoff habe ich den süßen Löwenstoff Softshell von Alpenmädchen entdeckt. Es gab ihn auch in grau bei Stoffwelten, doch hier habe ich zu langegezögert und dann war er ausverkauft, ebenso wie bei alles für selbermacher. Dann hab ich ihn, etwas teurer und nur noch in petrol, bei Träume aus Stoff gefunden. Aber was soll man machen, wenn man sich verguckt hat?!


Es war übrigens das erste Mal, das ich Softshell vernäht habe und es war gar nicht schwer! Der Stoff verzieht sich nicht und man muss ihn noch nicht einmal versäubern, da er nicht ausfranst. Das einzige, was man beim Vernähen mit Softshell beachten sollte ist eine Microtex Nadel zu verwenden. Diese sind besonders fein. Auf ein Zusammenstecken mit Nadeln sollte man verzichten, um keine Löcher in den Stoff zu machen. Außerdem sollte die Stichlänge möglichst groß eingestellt werden, ebenfalls um den Stoff so wenig wie möglich zu beschädigen. Dennoch bietet sich hinterher ein absteppen der Nähte von rechts an, sodass die Nahtzugaben schön flach liegen, da man Softshell nicht bügeln kann.


Theoretisch müsste man Softshell noch nicht einmal füttern, da dieser (je nach Wahl) bereits eine kuschlige Fleeceinnenseite hat. Ich wollte meinen Kindern jedoch einen Winteranzug nähen, der auch bei Temperaturen unter 0 Grad noch warm hält. Das hätte der Softshell allein nicht gekonnt. Es gibt sogar die Möglichkeit noch einen Z-Liner zwischen Außen und Innenanzug zu legen, der zusätzlich wärmt. Hierauf habe ich aber verzichtet.


Für die Belege an den Armen und Beinen habe ich ebenfalls Softshell verwendet, da ich nicht wollte, dass der Anzug an diesen Stellen Feuchtigkeit zieht. Farblich passende Bündchen hatte ich noch in meiner Restekiste zu Hause: grauer Glitzerbündchen von Frau Tulpe und blau/petrolfarbenes Ringelbündchen.


Auf einen Kinnschutz habe ich verzichtet und nur das Ende des Reißverschlusses mit einem Stück des Softshell-Stoffes umschlossen.


Ich finde die Passform richtig gut, wenn man beachtet wirklich nach der Körpergröße des Kindes zu nähen und nicht auf Zuwachs! Zur richtigen Größenwahl habe ich schon in meinem ersten Post zum Draußenkind (hier) geschrieben.





Damit verabschiede ich mich :-)

Das Schnittmuster erhaltet ihr z.B. über makerist
oder über den Lotte und Ludwig Webshop



Schnittmuster: Draußenkind Größenerweiterung von Lotte & Ludwig
Stoffe: Nanotex Softshell von Aktivstoffe, Softshell Löwe spielt Indianer von Alpenmädchen, Softshell Blumen über etsy, Baumwollfleece über Michas-Stoffecke
Verlinkt: Kiddikram
Dienstagsdinge
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