2019/09/10

Indianerleben

BY kleineSchneiderin IN , , , , , , , No comments

Hallo Ihr Lieben,

heute soll es mal wieder um meinen Jüngsten gehen, der mit seinen 3,5 Jahren doch schon sooo groß sein möchte. Er beobachtet seine große Schwester ganz genau und eifert ihr hinterher. Und doch hat er seinen ganz eigenen (Dick)Kopf.

Nach dem Wegzug seines besten Kumpels im Mai und der Neuordnung der kleinen Kitatruppe durch die Einschulung der Großen ( unter anderem seiner Schwester) und Umzug weiterer Kinder hat er jetzt einen neuen Freund gefunden und sich letzte Woche erstmals mit ihm verabredet, bei diesem zu Hause - und ganz ohne mich. Da war er schon ganz schön stolz!


Bei unseren Wochenendausflügen zu verschiedenen Spielplätzen, die manchmal auch etwas weiter entfernt liegen, mochte er dieses Mal nicht auf meinem Kinder-Fahrradsitz mitfahren, sondern die Strecke selbst mit dem Fahrrad fahren.



All dies zeigt mit, wie "der Kleine" langsam groß wird.

An anderen Punkten ist die Frustration groß, wenn er noch nicht so kann, wie er gerne möchte... Während die große Schwester im gleichen Alter schon verschiedene Sachen wie Turnen, Tanzen, Musikgarten etc. ausprobieren konnte, ist es beim Zweitgeborenen organisatorisch nicht so einfach, sodass er an dem Punkt bislang eher zu kurz gekommen ist.


Seit die große Schwester in der Schule ist, waren wir unter der Woche nach Kita und Schule kaum auf Spielplätzen. Zunächst hatten wir alle noch die Umstellung zu verdauen: das frühere Aufstehen und die Mehr-Zeit in Kita und Schule kostete Kraft. Dann wollte die Große sich lieber zu Hause verabreden. Und der Kleine hatte ebenfalls keine Lust auf Spielplatz (wir haben nach der Kita noch eine Stunde bis zum Schulende zu überbrücken). Lieber wollte er was anderes unternehmen: in den Tierpark, in die Bücherhalle, Fahrrad fahren, einkaufen oder auch nach Hause: mit mir Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, ein Hörspiel hören oder etwas lesen oder mit der Schwester spielen. Der Schulbeginn bedeutet für uns alle eine große Veränderung und ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Spielplatznachmittage immer seltener werden. Umso wichtiger finde ich es ihm andere "Angebote" zu machen.

Die Idee mal beim Kinderturnen reinzuschnuppern, hat ihm gleich gefallen. Doch leider wurde unsere Vorfreude getrübt als er noch nicht mitmachen durfte, weil er noch nicht 4 Jahre alt ist. Wir wurden vertröstet, können aber im November/Dezember wiederkommen. Dann würden sie wohl, auch wenn der Geburtstag erst im Januar ist, ein Auge zudrücken.


Bis dahin sind wir den Herbst über einfach draußen unterwegs...


Genäht habe ich ihm ein buntes und gemütliches Herbstset aus einem Rabaukowitsch Bonnie und einem Marty von Anna`s Country. Marty als Knickerbocker hat diesmal große Außentaschen bekommen und hinten eine aufgesetzte Tasche. Für die langen Bündchen habe ich den Ringel-Jersey verwendet, den ich auch beim Oberteil vernäht habe. Wegen der geringeren Dehnbarkeit musste ich diese etwas breiter zuschneiden. Ein langer Jerseystreifen, der sich beim aueinanderziehen zusammenrollt, dient als Kordel.




Schnittmuster:
  • Oberteil: Bonnie & Kleid von Rabaukowitsch
  • Hose: Marty von Anna`s Country
Stoffe:
Verlinkt:




2019/09/05

Multibag aus Oilskin

BY kleineSchneiderin IN , 2 comments

Hallo Ihr Lieben :-)

heute zeige ich euch meine brandneue Multibag. Eigentlich wollte ich sie ja gerne schon gestern beim MMM präsentieren, aber das hat zeitlich nicht mehr ganz gepasst. Sie ist mir dann doch erst gestern Abend von der Maschine "gehüpft".


Es ist ja bereits meine dritte Tasche nach dem Schnittmuster der Manufaktur Goldau, wobei ich eine davon an meine Oma verschenkt habe. Die andere hat mich nun seit 1,5 Jahren täglich begleitet (hier). Eine kleine Schwachstelle führte jedoch dazu, dass ich mich entschieden habe, dass nun eine neue her muss.

Da es sich bewährt hat, den Taschenboden aus Leder zu nähen, habe ich es auch bei dieser Tasche wieder so gehalten. Hier habe ich kein Kunstleder, sondern echtes ecopell Nappaleder von Tigerlilly genutzt. Verstärkt habe ich die komplette Außentasche nach dem Annähen des Reißverschlussfachs und des Taschenbodens mit Decovil light.

Die übrigen Stoffe sind allesamt von Frau Tulpe: ein Dry Oilskin in Kombination mit einem mittelfesten Baumwoll/Leinen-Gemisch sowie innen ein dünnerer Baumwollstoff mit orangenen Streifen.


Vielleicht wäre ein hellerer Stoff für innen besser gewesen: so findet man schneller was man sucht. Aber vielleicht reicht mir ja die Taschenaufteilung auch aus. Ich habe innen wieder ein dreigeteiltes Steckfach an die Seite, die beim Tragen zum Körper zeigt, genäht. Hier findet sich, ebenso wie bei den Reißverschlussklappen, die von außen sichtbar sind, als Hingucker der Kvadrat Stoff der Reißverschlusstasche wieder.


Da mir das Leder für den Taschenboden so gut gefallen hat, habe ich die Außentasche, die übrigens in der Mitte durch eine Naht in zwei Fächer geteilt ist, um 5 cm verkleinert. So kommt das Braun des Taschenbodens und das Zusammenwirken der Stoffe insgesamt besser zur Geltung finde ich.


Damit das Leder vorne und hinten auf der gleichen Höhe endet, ist ein ordentliches Ausmessen (einschließlich Berücksichtigen der Nahtzugabe) nötig. Hierfür habe ich von dem großen Dry Oilskin Außenstoff die Mitte ermittelt, ebenso von dem Lederzuschnitt (das waren nun in der Höhe 30 cm, sodass 15 cm in jede Richtung gingen. Da die Tasche insgesamt 12 cm tief ist, verbleiben noch je 9 cm, die das Leder nach oben reicht. Man darf aber nicht vergessen, dass vorne 1 cm für die Nahtzugabe "verloren geht", wenn man den Boden rechts auf rechts an das Außenfach (Kvadrat-Stoff) näht, während hinten kein weiterer Stoff zum "Verstecken" der Leder-Nahtkante ist. Ich habe hier den 5 cm Streifen, um den ich das Reißverschlussfach gekürzt habe als Einfassstreifen gebügelt, an die Lederkante festgesteckt und in einem Schritt den Streifen an das Leder und an die Außentasche genäht. Dabei muss man darauf achten den großen Rundherum-Oilskinstoff schön straff zu halten, damit sich nichts verzieht und sich keine Blasen oder Beulen bilden. Das Feststecken war hier nämlich wegen der Stoffstärke (Oilskin, Einfassstreifen und Leder übereinander) nicht möglich.




Die Nähte im Rücken habe ich im Bereich, wo das Gurtband durchgeführt wird besonders verstärkt, indem ich mehrfach drüber genäht und an den Ecken Dreiecke genäht habe, damit hier auch bei schwereren Lasten nichts ausreißt. Auf ein nochmaliges zusätzliches Absteppen der Reißverschlussklappen, wie ich es bei meiner ersten Multibag gemacht habe, habe ich vorerst verzichtet, werde das aber bei Bedarf nachholen. Ich habe aber insgesamt den Eindruck, dass die Tasche einen besseren Stand hat als meine erste Multibag, was vermutlich am Oilskin liegt.


Rundum zufrieden fällt es mir bei dem schönen Stück nicht ganz so schwer mich von der ersten Multibag zu verabschieden.




Macht`s gut und bis bald!

Janine


Schnittmuster: Multibag 3 in 1 von Manufaktur Goldau
Stoffe: Dry British Oilskin "Grass" von Frau Tulpe, Kvadrat Anthrazit Natur von Frau TulpeStreifen orange von Frau Tulpe , Ecopell Nappaleder von Tigerlilly
Verlinkt: Du für Dich am Donnerstag

2019/09/03

bunt ja bunt sind alle meine Kleider...

BY kleineSchneiderin IN , , , , , No comments

Endlich aufatmen! Das denken sich wahrscheinlich viele nach der neuerlichen Hitzewelle. Ich komme gut klar mit Wärme, doch bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke wird es selbst mir zu viel. Und auch nähtechnisch freue ich mich auf den Herbst. Ich liebe sie, die Herbstfarben: ocker oder senf, braun, dunkelrot/Kastanie, petrol...
Doch bevor es hier herbstlich wird, möchte ich Euch noch das neue Gute-Laune-Shirt meines Kleinen zeigen:




"Mama, was ist deine Lieblingsfarbe?" hat er mich erst dieses Wochenende gefragt. "Meine Lieblingsfarbe ist bunt." :-)
Na da passt das fröhlichbunte Birnen-T-Shirt ja perfekt...


Und tatsächlich mochte er es gar nicht mehr ausziehen. Selbst bei 35 Grad auf dem Wasserspielplatz nicht. Während sich seine Schwester unter den Duschen abkühlte, bestand er darauf alles anzubehalten. 


 Lieber zog er als selbsternannter "Grummelbär" mit einem großen Ast über den Rasen. Inspiriert war er dabei vom Buch "Grummelbär will schlafen". Der hat schlechte Laune, denn er ist müde, kann aber nicht einschlafen, weil er friert...schließlich klappt es dann doch, weil der tollpatschige, aber mutige Hase Flecks ihm aus Kleidungsstücken der Waldtiere eine große Decke näht - Upcycling also :-)


Auch als das Shirt am Wochenende im Garten bei Oma und Opa von der großen Schwester, die im Planschbecken eine Arschbombe nach der anderen hinlegte, nass gespritzt wurde, durfte ich ihm kein anderes Oberteil anziehen.


Ebenso wie er sich heftig in ein Kleidungsstück verlieben kann,  so kann er umgekehrt mit völliger (mir unbegreiflicher) Ablehnung reagieren. Bereits im April habe ich ihm dieses Findus Oberteil genäht. Obwohl er Findus mag, weigert er sich leider hartnäckig das Teil anzuziehen.
Alle Versuche ihn zum Anprobieren zu ermutigen, sind kläglich gescheitert.



*Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen eines Designnähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Jonah von Finnleys*
Stoffe: Birnenstoff von Bonnie & Buttermilk, Findus-Panele von Stoff & Liebe
Verlinkt: Creadienstag + Kiddikram 
+ made4boys

2019/08/26

LEMEL-Bluse

BY kleineSchneiderin IN , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

es ist wieder Dienstag, d.h. eigentlich gerade erst Montag während ich den morgigen Beitrag vorbereite. Ein paar genähte Sachen haben sich hier noch angesammelt und werden nun langsam "abgearbeitet". Welcher Beitrag das letztlich wird, entscheide ich oft spontan - hier zum Beispiel nach Wetterlage. Zur momentanen Hitzewelle passt die Bluse, die ich meiner Tochter während des Probenähens zur Bluse bzw. zum Blusenkleid für Lemel genäht habe, noch am besten ;-)


Vielleicht erinnert ihr euch an die sommerlichen Versionen in Tunikalänge mit Flügelärmeln, die Kleidversion aus Chambray mit Lochstickmuster (beides hier), das farbenfrohe "Restekleid" mit ockerfarbener Wäschespitze (hier) und zuletzt die Tunika mit Bumenmuster auf blauem Grund und mit Tüddelkram (hier)? 

Ich wollte unbedingt auch die Langarmversion mit den Puffärmeln ausprobieren. Durch den Gummi, der in den Ärmelsaum eingezogen wird, fällt der Ärmel auch insgesamt schön weit.


Aus einem Baumwollstreifen habe ich ein Bindeband gebastelt, welches ich allerdings nicht mit der Bluse verbunden habe. So kann die Bluse natürlich auch ohne Band getragen werden sowie mit gebundener Schleife - wahlweise vorne oder im Rücken.


Die schönen Vintage-Holzknöpfe habe ich im Internet bei Knoepfe.de gefunden. Einen Teil habe ich bereits für meinen grünen Kelly-Skirt verwendet (siehe hier). Die restlichen nun für diese Bluse...Ich finde, dass sie wie für den roten Blütenstoff gemacht sind.

Bei Knöpfen ist mir immer wichtig, dass sie sich vom Untergrund abheben, aber dennoch eine Einheit mit dem Stoff bilden und dazu passen. Mit Knöpfen kann man seinem Kleidungsstück nochmal eine besondere Note geben.


Zuletzt noch ein Flatlay:


Sonnige Grüße und bis bald!
Janine


Schnittmuster: Volantbluse/ -kleid von Lemel
Stoff: Baumwolle von Karstadt, Vintage-Holzknöpfe von knoepfe.de
Verlinkt: Creadienstag und Kiddikram

2019/08/22

Kelly meets Frau Josy

BY kleineSchneiderin IN , , , , , , , No comments

Hallo Ihr Lieben,

nun hab ich es endlich geschafft den wunderbaren Chambray-Popeline mit den Pünktchen zu vernähen. Dabei wusste ich schon beim Kauf, dass ich mir daraus noch einen Kelly Rock nähen möchte. Einen, der zu allem passt!  

Der Stoff kann von rechts wie von links vernäht werden. Die andere Stoffseite ist quasi genau umgekehrt: helleres grau mit dunklen Punkten - auch sehr hübsch. Da fiel die Wahl schon mal nicht leicht.


Dazu habe ich mir aus einem kleinen Stück Jacquard Jersey "Glam Drops in Creme" von Hamburger Liebe, welches ich mit Glück mal deutlich reduziert gekauft habe, eine Frau Josy genäht. Leider gab es nur ganz wenig von dem schönen Stoff, aber immerhin hat es für das Shirt gereicht. Aus demselben Stoff habe ich einen Streifen zugeschnitten und gedehnt wie ein Bündchen angenäht. Vorne passte das ganz gut. Hinten beult es sich leider ein wenig.

Den Ärmelaufschlag habe ich übrigens, so das man die Naht nicht sieht, mit der Hand angenäht, damit der Umschlag nicht aufklappt.


Den Rockbund habe ich diesmal nicht wie beim letzten mit Vlieseline H250 verstärkt, das war mir irgendwie zu steif!, sondern lediglich mit Vlieseline H180, welches ich normalerweise für das Verstärken von Belegen oder Knopfleisten verwende. Ich hab es komplett auf den ganzen Bund aufgebügelt. Durch das Falten liegt der Stoff und die Vlieseline dann ja doppelt und ich finde es genau richtig von der Festigkeit.

Diese vielen (aufbügelbaren) Vliese sind wirklich eine Wissenschaft für sich!

Mit diesem kurzen und kurzentschlossenen Blogbeitrag verabschiede ich mich auch schon wieder ;-) Habt eine schöne Woche!

Janine

Schnittmuster: Kelly Skirt von Megan Nielsen und Frau Josy von Studio Schnittreif
Stoffe: Rock aus Bio Baumwoll-Chambray, Shirt aus Glam Drops Jacquard Jersey creme Hamburger Liebe für Albstoffe
Verlinkt: Du für Dich am Donnerstag

2019/08/20

Schultüte und Einschulungskleid Elodie

BY kleineSchneiderin IN , , , , , 4 comments

Nun ist es endlich soweit: wir haben ein Schulkind! :-)

In den letzten Wochen waren die Aufregung und die Vorfreude, die in der Luft lagen, förmlich spürbar. Nach den Sommerferien bis zum Eintritt in die Schule hatte Lina noch 3 Wochen in der Kita verbracht und diese Zeit voll und ganz ausgekostet: ein Eisessen als Abschiedsritual folgte auf das nächste, da viele Kinder die kleine Gruppe verlassen haben - bedingt durch Schule wie auch Umzüge. Doch auch unabhängig von Verabschiedungen stand jeden Tag eine Verabredung an, vor allem mit den anderen großen Kindern.


Dann war es endlich soweit - der Tag der Einschulung! Die genähte Schultüte wurde, bis wir uns morgens auf den Weg zur Schule gemacht haben, geheim gehalten. Meine Tochter hat bis zuletzt geglaubt der einfarbige Papprohling sei die fertige Tüte, die nur noch befüllt werden müsse :-)


Der Ablauf der Einschulung ist vermutlich an sehr vielen Schulen ähnlich: auf eine Rede der Schulleiterin folgte eine musikalische Einlage der Älteren für die neuen Erstklässler, die daraufhin aufgerufen und von Ihren "Paten" - einem Kind aus der 2. oder 3. Klasse - in Empfang genommen wurden. Anschließend ging es für die Kinder gemeinsam mit Ihren Paten (die Schule praktiziert jahrgangsübergreifenden Unterricht) und ihrer jeweiligen Klassenlehrerin in die Lerngruppen für eine erste Stunde.

Nachdem sie dann zurückgebracht wurde, ging es für uns zum Essen in ein nahegelegenes Café, wo es sich auch ihre Kitaerzieherin nicht nehmen ließ vorbeizuschauen. Dort wurden dann die ersten Geschenke ausgepackt. Die Schultüte hat sie sich für zu Hause aufgehoben. Anschließend wurden die Schulsachen beschriftet und der Ranzen für den nächsten Tag gepackt, denn am Nachmittag ging die Feierei auf einem Kindergeburtstag weiter.


Nun hat sie bereits die erste Woche hinter sich gebracht und es ist für uns als Familie insgesamt eine große Umstellung. Wir müssen früher aufstehen und der morgendliche Ablauf ist organisierter - Trödeln geht nicht mehr; die Große bekommt ein Pausenbrot und Obst mit in die Schule - in der Kita lag das Essen vollkommen in der Hand der Erzieherinnen. Die ersten Nachmittage verliefen hier eher ruhig - Schule (hier Ganztagsschule) ist anstrengend und die vielen neuen Eindrücke müssen erstmal verdaut werden...

Gerne möchte ich nun das Einschulungskleid Elodie und die Schultüte zeigen.


Den Schnitt Elodie habe ich mir gedanklich schon vor langem als Einschulungskleid vorgemerkt: der Carmenausschnitt und der weite Drehrock sind einfach wunderschön. Aufgrund des hohen Stoffverbrauchs und da der Stoff, den ich dafür ausgesucht habe, nicht ganz günstig war, habe ich dieses Mal sogar ein Probekleid genäht (hier).
Da konnte ich auch schon mal den nahtverdeckten Reißverschluss üben - und es hat sich gelohnt!

Bei der Größe, wusste ich nun auch, dass 122/128 genau die richtige Wahl ist.

Sehr hilfreich beim Nähen fand ich den Workshop von Mirakodo, die detailliert zeigt, wie sie das Kleid genäht hat (hier).



Aufgrund des unbeständigen Hamburger Wetters wollte ich unbedingt auch eine farblich passende Strickjacke dazu nähen. Hier habe ich wieder auf das Schnittmuster Jumi von rosa rosa zurückgegriffen. Vernäht habe ich einen grünen Grobstrickstoff von Namijda.


Nach den Schwierigkeiten, die ich beim Vernähen des Grobstrickstoffes für meine Strickjacke hatte (hier geht es zum Post), habe ich diesmal vorsorglich nach dem Zuschnitt auf alle Kanten Nahtband aufgebügelt und diese erst danach mit einem Zickzackstich versäubert.
Das ist zwar ein gewisser Aufwand, doch ich würde es immer wieder zu machen! Bei meiner Nähmaschine kann ich den Nähfüßchendruck leider nicht einstellen, sodass sich der Stoff ohne diese "Vorarbeit" sehr wellen würde.


Die Kapuze ist mit cremefarbenen Musselinstoff mit goldenen Pünktchen gefüttert.


Die Jumi habe ich in der Version mit Teilung genäht. Gerade bei diesem schweren Strickstoff wäre es einfacher gewesen, die Jacke ohne Teilung zu nähen, aber das ging mir erst später auf. So habe ich den unteren breiter zugeschnittenen Teil gerafft (alternativ kann man ihn auch in Falten legen) an das Oberteil genäht. Die Nahtzugabe der Teilungsnaht habe ich, damit nichts drückt, auseinandergeklappt und von rechts sowohl über als auch unter der Naht abgesteppt. Auf Taschen habe ich verzichtet.

Die Jacke kann bis zur Teilung durch Knöpfe geschlossen werden. Ein bisschen Angst hatte ich schon beim Nähen der Knopflöcher die Jacke zu ruinieren. Es ging alles gut! Knopfleisten verstärke ich grundsätzlich mit Vlieseline (hier H180).


Nun zur Schultüte: Ich habe einen Schultütenrohling bei Karstadt gekauft. Die Schultüte sollte zum Kleid passen, jedoch ohne darin komplett unterzugehen. Gut, dass ich zum Hauptstoff des Kleides gleich noch zwei passende Komistoffe mit bestellt hatte. Das lag ursprünglich daran, weil ich mir nicht sicher war, ob ich das Kleid evtl. aus zwei verschiedenen Stoffen nähen möchte. Das Oberteil bzw. die Passe des Kleides bietet sich hierfür ja an. Schießlich fand ich den Blumenstoff über das gesamte Kleid aber passender. Stattdessen konnte ich die beiden anderen Stoffe nun für die Schultüte verwenden.


Für Schultüten gibt es übrigens ein Schnittmuster von Pattydoo. Damit kann nun wirklich gar nichts schief gehen. Es gibt zwar auch eine Anleitung von Lillesol & Pelle (hier), wie das eigene Erstellen eines Schnittes möglich ist, aber wenn es das schon fertig und dazu kostenlos zum Ausdrucken gibt, warum soll man das dann nicht verwenden? - eine mögliche Fehlerquelle weniger ;-)
Meine Schultüte musste ich am Ende zwei Mal etwas enger machen, damit der Stoff schön fest um die Tüte sitzt. Lieber so rum als umgekehrt.


 Nachdem die grobe Verteilung der Stoffe, Bänder bzw. Borten und des Namens klar war, sollte noch ein "Highlight" in Form einer Applikation hinzukommen. Da meine Tochter eine Vorliebe für ihre "Häsis" hat, wollte ich diese hier aufgreifen -dabei habe ich mich auf etsy inspirieren lassen. Die Applikation habe ich mithilfe von Vliesofix nach eigenen Vorlieben und dem was der Stoffschrank zu bieten hatte, selbst gebastelt.


Beim Verschluss der Tüte habe ich mich etwas schwer getan. Es gibt unterschiedliche Anleitungen hierzu, was mich verwirrt hat. Mal wird erst die Seitennaht der Tüte geschlossen und der Verschluss, der zuvor ebenfalls an der Seite geschlossen wurde, als Schlauch (wie ein Bündchen) darüber gesteckt und festgenäht (siehe hier) und mal wird der Verschluss vor dem Zusammennähen der Tüte angebracht und bleibt auch offen. Letzteres war für ich schlüssiger, um auch die Kanten zu versäubern und ein Band aufzunähen.

Also habe ich das Rechteck - welches an den Seiten jeweils etwas übersteht und in der Länge etwa 35 cm beträgt - vor dem Zusammennähen der langen Seitennaht rechts auf rechts an die obere Kante der Tüte genäht, die Nahtzugabe versäubert, nach unten gebügelt und von rechts ein hübsches Webband aufgesteppt. Die übrigen Kanten des Verschlusses (oben und an den Seiten) habe ich versäubert, umgeschlagen und abgesteppt. Geschlossen wird die Schultüte mit einem Satinband.




Und was war nun drin in der Schulüte? Da die Schultüte auch "Zuckertüte" genannt wird, durfte auch Süßkram rein: für die Spitze eignen sich sehr gut Marshmallows in einer Spitztüte, da die perfekt die Spitze ausfüllen und nicht kaputt gehen.

Außerdem gab es eine Armbanduhr, einen neuen Tiptoi Stift mit Buch (da der alte leider seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert), eine Edelstahl-Brotdose, ein kleines Notizbuch mit Kugelschreiber, eine Fahrradklingel (die alte ist kaputt), ein Licht zum Anhängen an den Ranzen und Haarspangen.


Die Idee einer genähten Schultüte finde ich großartig, denn durch das anschließende Füllen des Stoffs mit einem Kisseninlet hat das Kind eine schöne bleibende Erinnerung. Ein solches Kissen gibt es in verschiedenen Größen fertig zu kaufen (sogar für die Geschwistertüten!), was ich besser finde als die Tüte selbst mit Watte zu befüllen, da ich befürchte, dass die dann irgendwann rausgefummelt und kreuz und quer in der Wohnung verteilt werden könnte.



 Und auch der kleine Bruder ist mit seiner Geschwistertüte nicht zu kurz gekommen:




Schnittmuster:
Stoffe und Zubehör:

Schultüte: 
Kleid:
  •  art gallery "everlasting blooms sparkler" über myo-Stoffe und stoffsalat
Strickjacke:
Verlinkt: