2018/07/09

Schon wieder eine Tuva? Ja, aber...

BY kleineSchneiderin IN , No comments

Das Schnittmuster Tuva wurde mir im Rahmen des Probenähens für Kreativlabor Berlin kostenfrei zur Verfügung gestellt.


Schon wieder eine Tuva werdet ihr denken?

Ja! Aber dieses Mal ganz anders! 



 Wie alles begann...

Beim Rumstöbern auf Pinterest, wer kennt das nicht, kommt man vom 100. zum 1.000 und dort bin ich auf das Bild eines Kleides gestoßen, das ich so wundervoll fand, dass es den Lemming in mir weckte...leider war es lediglich eine Art Style-/Fotoblog, d.h. es gab kein Schnittmuster zu dem besagten Kleid!

Am ehesten fündig geworden bin ich bei meiner Schnittmustersuche unter dem Schlagwort "Skaterkleid", einem Kleid mit figurbetontem Oberteil und einem weit schwingenden Rockteil. Doch auch hier gestaltete sich die Suche nach einem passenden Schnittmuster als schwierig. Der auserkorene Stoff sollte nämlich, wie im gezeigten Beispiel, ein Hahnentritt-Muster sein.
Wie es der Zufall so wollte, machte ich meine Entdeckung kurz vor dem Besuch auf dem holländischen Stoffmarkt. Bei einem der Stände bin ich dann auch tatsächlich fündig geworden und ergatterte einen dünnen Webstoff mit Mini-Hahnentrittmuster von Stenzo.

Vielleicht hätte ich mir den Stoff vor dem Vorwaschen irgendwie markieren sollen? Es war mir nicht möglich eindeutig zu bestimmen, welches rechte und welches die linke Stoffseite ist. Spricht wohl dafür, dass beides möglich ist?! Nach langem hin und her konnte ich mich dann für eine der beiden Seiten als rechte Seite entscheiden.


Linke Seite:                                                           Rechte Seite:



Nun hatte ich also den passenden Stoff, aber immer noch kein Schnittmuster. Die Auswahl hinsichtlich Schnittmustern für Webware ist hierzulande doch sehr begrenzt. Über einen kürzlichen Beitrag beim MMM bin ich auf Sew over it aufmerksam geworden: großartige Schnitte im Vintage Stil. Besonders das Betty Dress hat es mir angetan, doch der Stoffverbrauch durch den weiten Rock ist mit 3 m für alle Größen bei einer Stoffbreite von 1,40 m enorm und ich habe leider nur 1,50 m Stoff gekauft. Hach...Trotzdem ist Betty für mich vorgemerkt und ein kommendes Projekt!
Das Simplicity Kleid Nr. 1800 konnte ich mir auch gut vorstellen. Bei schnittmuster.net gibt es sogar eine Auswahl der Simplicity Schnitte auf Deutsch, darunter auch dieses Kleid. 

Letztlich hatte ich aber noch eine andere Idee: Warum nicht das Kleid Tuva von Kreativlabor Berlin, etwas abändern?

Anpassungen

Die Knopfleiste habe ich weg gelassen. Hierfür habe ich die Schnittteile an der eingezeichneten Umbruchlinie gefaltet und statt gegengleich im Bruch zugeschnitten. 
Den Ausschnitt habe ich verkleinert, indem ich hier die Schnittlinie beim Rückteil um 1 cm und beim Vorderteil um ganze 4 cm höher gesetzt habe.



Auf der Rückseite habe ich einen nahtverdeckten Reißverschluss eingefügt. Hierfür habe ich extra einen nahtverdeckenden Reißverschlussfuß
direkt bei W6 bestellt. Denn den hätte ich bereits für den Lotta Skirt gebrauchen können und ich werde bestimmt auch in Zukunft noch Verwendung für ihn haben. Irgendwie finde ich auch wirklich Gefallen an Webware...

Dann habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass das Kleid kurze Ärmel haben soll. Mir war zunächst überhaupt nicht klar, dass Ärmel zu "basteln" eine Wissenschaft für sich ist. Einen sehr ausführlichen und fundierten Bericht zu diesem Thema habe ich bei Beswingtesallerlei gefunden. Schließlich habe ich mich für einen angeschnittenen halben Ärmel entschieden und zusätzlich Falten an der Armkugel gelegt, die eine Art Puffärmel entstehen lassen. Zu Grunde gelegt habe ich den in der allerersten Version der Tuva im Ebook noch enthaltenen Ärmel (dieser wurde im Laufe des Probenähens aus dem Ebook entfernt) und habe ihn so angepasst, dass er im Vorderteil an der Naht zwischen mittlerem und seitlichem Vorderteil beginnt und auf dem Rückteil ebenso endet.


Meine bislang genähten Tuva's habe ich am Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Dieses Mal sollte es ein Beleg sein. Der ist im finalen Schnittmuster zwar enthalten, durch die Änderungen am Ausschnitt konnte ich ihn jedoch nicht verwenden. Rapantinchen hat auf ihrer Seite eine hilfreiche Anleitung (hier), wie man ein Beleg-Schnittteil erstellt. Genauso bin ich vorgegangen.
Da ich die Absteppungen an den Eingrifftaschen und zwischen mittleren und seitlichem Vorderteil mit dem schwarzen Garn als recht "hart" empfunden habe, wollte ich dies beim Beleg, den ich unbedingt versuchen wollte, und ebenso beim Saum und bei dem Bereich der Ärmel, der unterhalb des angeschnittenen Ärmels noch versäubert werden musste, gerne anders machen.
Nur wie? Beim Recherchieren bin ich auf Saum Vlies gestoßen.


Dieses wird zunächst auf den umzuklappenden Saumabschluss aufgebügelt, dann das Trägerpapier abgezogen, umgeklappt und nun nochmals gebügelt.
Durch die Rundungen an Ärmeln, Beleg und Saum, musste das Saum Vlies entsprechend zusammengeschnitten werden. Ein bisschen wie puzzeln...




Zur Haltbarkeit kann ich noch nichts sagen.

Zum Kleid passt gut ein leichtes Strickjäckchen. Ich habe das Kleid hier mit einer Maja, ebenfalls ein Schnittmuster von Kreativlabor Berlin, kombiniert.
Im Gegensatz zur ersten Maja habe ich hier keine Vlieseline in der Knopfleiste aufgebügelt, da mit die erste Maja hierdurch in der Knopgleiste etwas zu steif wurde. Den grünen Stoff, reine Viskose sagte der Verkäufer, habe ich ebenfalls auf dem Stoffmarkt gekauft.

Auf Knöpfe habe ich (vorerst) verzichtet.





Schnittmuster: Tuva von Kreativlabor Berlin mit Änderungen, Maja von Kreativlabor Berlin
Stoff: Baumwolle von Stenzo
Verlinkt: Creadienstag

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