2019/07/16

ich packe meinen Koffer und nehme mit...

BY kleineSchneiderin IN , , , No comments

...Badesachen, T-Shirts, kurzärmlige Kleider, Leggings, Unterwäsche, Socken...na gut, immerhin zwei Pullover. Jacke, Gummistiefel, Regensachen? Ach, Pustekuchen... Wir haben doch Sommer!!! ;-) So ist das wenn man bei über 30 Grad die Sachen packt und der Wettertrend zunächst sehr zuverlässig gutes Wetter verspricht.
Die erste Woche hat das ja auch noch gut gepasst. In der zweiten Woche am See jedoch, bei der wir opimistisch von Badewetter ausgegangen sind, jedoch nicht. Bei teils gerade mal 20 Grad und immer mal wieder Regen kam - zumindest bei mir als bekennende Frostbeule - keine rechte Badelust auf. Meine kleine Wasserratte hat sich das als das Wetter dann Mitte der Woche besser wurde nicht nehmen lassen. 


Vor dem Urlaub habe ich mit mir gerungen, ob ich es schaffe gut zwei Wochen auf meine Nähmaschine zu verzichten. Hmmm...Nein! Zumindest zwischendurch wollte ich an ein paar ausgewählten Projekten nähen. Also das gute Stück, mitsamt Equipment, ein paar Stöffchen und Schnittmustern eingepackt. Eine gute Entscheidung!


So konnte ich meiner Tochter aus dem Jaquard Jersey Knit Knit von Albstoffe eine Strickjacke Jumi nähen. Das war auch tatsächlich der geplante Einsatz des Stoffes gewesen. Nur hatte ich eigentlich geplant die Jacke ungefüttert zu nähen. Das erschien mir dann aber zu dünn, sodass ich als Futterstoff den in der ersten Urlaubswoche bei Babie Lato Naturstoffe gekauften Leinenstoff verwendet habe. Der ist zwar auch hauchdünn, aber die zweite Schicht macht dennoch einen Unterschied - außerdem sieht die Jacke dann auch von innen schön aus :-)


Die Jacke Jumi in der kurzen Version und mit Eingrifftaschen, war trotz der gefütterten Version, schnell genäht. Die Ärmel sind, wie auch in der Anleitung vorgesehen, bewusst etwas länger gehalten damit sie umgekrempelt werden können und dabei der Innenstoff hervorblitzt. Den unteren Teil habe ich gerafft angenäht. Man kann ihn alternativ auch in Falten gelegt annähen. Bei der gefütterten Version wird die Knopfleiste nur einfach zugeschnitten, da das Umklappen durch die Innenjacke wegfällt. Ich habe die Außenjacke (nur diese) hier trotzdem mit breiterer Knopfleiste zugeschnitten und diesen breiteren Streifen beim Zusammennähen von Außen- und Innenjacke nach innen umgeklappt. Da ich kein Bügeleisen hatte, war dies eine gute Möglichkeit die Knopfleiste auch ohne Vlieseline etwas zu "stabilisieren".

Was lerne ich nun aus diesem Kofferchaos? Traue keinem Wetterbericht und in einen Koffer gehört in jedem Fall immer zumindest eine Jacke! Und wenn man Platz im Auto hat spricht auch für den unwahrscheinlichsten Fall nichts dagegen Regensachen mitzunehmen.


Schnittmuster: Jumi von rosarosa
Stoff:
  • außen Jaqcard Jersey Knit Knit brucciatobrown  von Albstoffe, deutlich reduziert über der-buntspecht-shop
  • innen Leinen (jersey?) von Babielato Naturstoffe in Berlin
Verlinkt: Creadienstag und Kiddikram

2019/07/06

Die Barfoots-Familie wächst

BY kleineSchneiderin 2 comments

Hallo zusammen,

heute nun das letzte Barfootspaar. Nachdem die Schuhe aus Cord und Kunstlederumrandung mit sehr dünner Sohle (1,8 mm) keine Begeisterungsstürme bei meiner Tochter ausgelöst haben - das bleiben nur "Stadt- oder Unterwegsschuhe" wenn wir z.b. zur Freundin mit Bus und Bahn durch die Stadt fahren oder zur Bücherhalle; für Kita und Spielplatz sind diese aber eher ungeeignet. Der Ehrgeiz hatte mich aber nun gepackt noch ein paar Schuhe zum rumräubern zu nähen.


Klar war, dass eine haltbarere Echtlederumrandung sein musste. Mit Glück hat ein Lederrest aus eine Restetüte von Karstadt gerade so gereicht. Außerdem war eine dickere Sohle,  hier 4 mm Vibramsohle von Extremtextil, gewünscht.


Auch bei den Ösen konnte ich wieder die "guten", die ich bei Coban in Hamburg gekauft habe, verwenden. Inzwischen mag ich es sogar ganz gern die mit dem Hammer einzuschlagen...


Genäht hab ich die Variante mit Innennaht, die ich persönlich lieber mag. Gerade bei Kinderschuhen finde ich es sinnvoll eine Außennaht weniger zu haben, die bei entsprechender Beanspruchung kaputt oder auf gehen kann.


Die elastischen Kordeln mit Schnellverschluss sind zwar praktisch, nur beide Kordeln in den Verschluss zu bekommen, war eine Quälerei und ist mir schließlich nur mit Tricks gelungen: indem ich eine Nadel mit Faden durch die zweite Kordel und durch die zweite Öffnung geführt und von der anderen Seite vorsichtig dran gezogen habe. Fragt nicht, wie oft der Faden gerissen ist...wie andere das hinbekommen ist mir ein Rätsel. Kordel und Verschluss passen natürlich auch größentechnisch zueinander. Falls jemand dem ultimativen Tipp hat, gerne her damit!


Aus dem Grund habe ich die Kordeln vorsichtshalber etwas länger gelassen, damit sie nicht aus Versehen beim An-/Ausziehen durch den Verschluss zurückrutschen. In der Kita ist es dann irgendwann doch passiert... sodass wir die Kordeln mit Schnürsenkeln ausgetauscht haben.


Das Material ist außen gewachstes Leinen, das einen guten Stand und eine schöne Farbe hat, die gut zur Garderobe meiner Tochter passt. Innen habe ich einen Stoffrest aus Bio Baumwoll- Chambray verwendet.


Die Schuhe haben schon einiges mitgemacht und sich grundsätzlich bereits als kletter-, tobe- und spielplatztauglich bewährt.


Das nächste Mal würde ich die Lasche zum Schnürsenkel durchführen auf der Zunge doppelt festnähen. Ganz entscheidend ist auf jeden Fall die Qualität des Leders für die Umrandung. Ich bin gespannt, wie lange die Schuhe bei meiner Räuberin halten...Möglichkeiten zum "Aufrüsten" sehe ich bei der Materialwahl in jedem Fall noch ;-)



* Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Baarfoots von Rabaukowitsch*
Stoff: außen gewachstes Leinen aus dem örtlichen Stoffladen, innen Bio Baumwoll Chambray, 
Vibram Sohlenplatte 4 mm und elastische Kordel sowie Schnellverschluss von Extremtextil, Relada Brandsohle von Snaply
Verlinkt: creadienstag + Kiddikram

2019/07/04

ich liebe Barfußschuhe

BY kleineSchneiderin IN , , , , No comments

Hallo zusammen!

Ich hoffe ich langweile euch nicht... denn auch im heutigen Beitrag gibt es nochmal ein Paar Barfoots zu sehen :-) der Schnitt und die Idee sich Schuhe selbst zu nähen, hat mich echt gekriegt...



...vor allem, weil es tatsächlich mit jedem Schuh leichter wird.

Nachdem im Probenähen so tolle Beispiele aus gemustertem Canvas als Außenstoff entstanden sind, wollte ich es auch gerne wagen.


Als ich dann aber den - ohne Frage wunderschönen - Cotton and Steel Canvas in den Händen hielt, hab ich mich doch umentschieden und ihn "nur" als Futterstoff und als Zierstreifen genutzt. Alles andere wäre mir zu viel Muster gewesen. Stattdessen habe ich zu dem gewachsten Leinen gegriffen, aus dem ich bereits den Tochterschuh genäht habe, der mir so gut gefallen hat (und den ich hier noch abschließend bei Gelegenheit zeigen werde).


Wichtig war mir nunmehr außerdem "richtiges" Leder für die Umrandung zu verwenden. Nichts ist ärgerlicher als schnelle Abnutzungsspuren an einem Schuh in dem so viel Arbeit steckt. Dieses ist ecopell Nappaleder (aus Biotierhaltung und pflanzlich gegerbt) von Tigerlilly, welches sich sehr gut vernähen ließ und sich wunderbar um die Kappe legt. Mir hat für die Größe 38 ein Zuschnitt von 30 x 40 cm à 13,90 Euro ausgereicht.


Wie schon bei den anderen Schuhen ist die Brandsohle auch hier wieder aus Relada und die Laufsohle aus einer 4mm Vibram Sohlenplatte.
Von den Ösen bin ich ganz begeistert. Nach schlechten Erfahrungen mit A***** Ösen mit viel zu kurzem Schaft, wurde ich in der Gruppe quasi darauf gestoßen, dass es doch auch bei Coban in Hamburg Ösen gibt und mit denen bin ich wirklich glücklich!

Genäht habe ich die Version mit Innennaht. Mehr Infos zum zum Schnitt findet ihr in den bereits erschienenen Beiträgen, auf welche ich hier verweise.


Dieses ist mein aktuelles Lieblingspaar, auch wenn sie sich farblich nicht zu allem kombinieren lassen. Reicht es mir jetzt mit den Barfoots? Nein. Es reizt mich noch eine Version nur aus Leder zu nähen...spätestens zum Herbst!


*Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster:
Stoff:
Zubehör: 
Verlinkt:

2019/07/02

Barfoots aus Cord

BY kleineSchneiderin No comments

Hallo Ihr Lieben,

heute zeige ich euch mein erstes genähtes Barfoots-Paar, welches nach dem Probeschuh entstanden ist. Da ich noch vorsichtig war wegen der Passform und unsicher ob mir die Schuhe gelingen würden, habe ich lediglich Stoffreste verwendet. Das geht ziemlich gut, da der Stoffverbrauch nicht so groß ist.


Das sind in dem Fall ein weinroter Cordstoff (ein verbliebener Rest des Stoffes aus dem ich für meine Tochter mal eine Lieblinglatz genäht hatte) und ein geblümter Baumwollstoff. Aus diesem gibt es hier noch eine Bluse, die ich noch gar nicht gezeigt habe...die Umrandung ist aus dunkelblauem Kunstleder, die Brandsohle aus Relada und die Laufsohle aus einer 1,8 mm Sohlenplatte.


 Den Zierstreifen habe ich aus dem Innenstoff mit zusätzlicher Nahtzugabe gegengleich zugeschnitten, habe diese an der Rundung eingeschnitten und gewendet.


Von der Verwendung von Kunstleder würde ich abraten. Es stößt sich zu leicht ab und gerade Kinderschuhe sollten ja etwas ab können.
Die Sohlenplatte ist mit 1,8 mm wirklich extrem dünn. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch die 5 mm Vibramsohle könnte an einem Kinderschuh zu wuchtig wirken. Doch dem ist nicht so! Stattdessen finde ich die 1,8 zu dünn. Für Puschen mag das in Ordnung sein, aber für "richtige" Draußenschuhe finde ich 5 mm genau richtig.


Dieses Beispiel ist übrigens ein low cut mit Außennaht in Größe 30. Zu weiteren Infos zum Schnittmuster verweise ich an der Stelle gerne auf meine beiden anderen ausführlichen Beiträge (hier und hier )

* Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Baarfoots von Rabaukowitsch*
Stoff: Cord und leichte Baumwolle, Umrandung Kunstleder, Brandsohle Relada von SnaplyNora Astral Crepe Sohlenplatte 1,8mm sand von extremtextil
Verlinkt: creadienstag + Kiddikram

2019/06/27

Hey, I put my new shoes on...

BY kleineSchneiderin IN , , , 1 comment

...and suddenly everything is right"

-Stimmt, wenn man es geschafft hat und das fertige Paar Schuhe in den Händen hält bzw. an den Füßen trägt, fühlt sich das gut an.


Aber ich will euch nichts vormachen: der Weg dorthin ist nicht einfach. Es ist halt etwas anderes ein einfaches Shirt oder ähnliches zu nähen oder ein Paar Schuhe. Man braucht Geduld (ein Probeschuh ist sehr zu empfehlen!), Muße und ganz genaues Arbeiten.

Das geht schon bei der Vorarbeit los: sprich dem Zuschnitt. Die Schnittteile sowie die jeweile Nahtzugabe müssen penibel auf den Stoff übertragen werden. Achtung bei den Nahtzugaben: je nachdem, ob man die Version mit Außennaht oder mit Innennaht wählt, ist diese beim Außen!Umlauf und bei dem Hackenschutz unterschiedlich. Aufpassen heißt es auch die Schuhseiten nicht im Laufe des Nähens zu verwechseln...hierfür bietet es sich an entweder einen Schuh nach dem anderen zu nähen oder die beiden Stapel getrennt voneinander (und bestenfalls noch auf der linken Stoffseite entsprechend beschriftet) aufzubewahren.



Die beim Nähen schwierigsten Teile waren für mich die Kappe und das Anbringen des Hackenschutzes. Bei der "Futterkappe" bei der der Umlauf nur bis zu der Stelle reicht, bei der Kappe und Schaft aufeinandertreffen, passt der Umlauf nur dann an die Kappe, wenn die Nahtzugabe der Kappe eingeschnitten wird, weil sie sich dann um die Rundung legt. Das gleiche gilt übrigens auch für die Außenkappe. Hier kommt erschwerend hinzu, dass das Leder nicht mit Nadeln gesteckt werden sollte. Die Fixierung mit Textilkleber ist etwas fummelig. Ich habe mich von der Mitte zu den Seiten vorgearbeitet.
Der Hackenschutz, darf vorerst nur im oberen Bereich angenäht werden, da darunter ja noch der Lederumlauf verschwinden soll. Hat man diesen dann festgenäht, heißt es aufpassen, dass die Naht des Hackenschutzes unten 1 cm vor der Kante von Innen/Außenstoff endet, da an an den Außen/Innenstoff später noch die Innensohle angenäht wird.

Die Innensohle wird bei der Version mit Außennaht rechts auf rechts angenäht. Bei der Version mit Innennaht jedoch wird der Schuh umgestülpt und die Sohle links auf rechts angenäht, sodass man, wenn man anschließend in den Schuh reinschaut die Nahtzugabe sieht. Diese wird in dem Fall unter einer noch zu nähenden Einlage (z.B. aus Walk + BW) versteckt.


Das Kleben der Laufsohle an die Brandsohle ist auch nochmal ein Thema...während die Brandsohle ja lediglich mit Textilkleber an die Innensohle geklebt (und bei der Version mit Außennaht genäht) wird, wird die Laufsohle (=die Gummisohle ganz unten) mit Kövulfix Schuhkleber an die Brandsohle geklebt. Hier war es eine Gratwanderung nicht zu wenig und nicht zu viel von dem Kleber aufzutragen. Der zieht auch so fiese Fäden, die auf keinen Fall an den Außenstoff oder die Umrandung des Schuhs kommen sollten, weil man die nicht mehr ab bekommt. Ich hab den Kleber am Rand eher vorsichtig aufgetragen, damit er beim Zusammenpressen von Sohle und Schuh nicht herausquillt. Dann ist zwar wahrscheinlich noch ein Spalt zu sehen, doch den kann man im nachhinein noch v o r s i c h t i g mit dem Kleber auffüllen (mit meinem inzwischen hart gewordenem Pinsel hab ich den Kleber in dem Spalt verteilt). Und auch hier wieder unbedingt darauf achten, dass der Kleber nicht an den Stoff gelangt!

Welches Material wird benötigt?
Für den Außenschuh eignen sich festere Stoffe wie Canvas, Dry Oilskin, Jeans, festes Leinen, (Kunst-)leder...für den Innenschuh ist es eigentlich das gleiche, aber hier sind auch leichtere Baumwollstoffe möglich. An der Kappe und im Bereich der Ösen am Schaft werden Außen- und Innenstoff sowieso mit Vlieseline H250 verstärkt.
Umlauf und Hackenschutz werden aus (Kunst-)Leder genäht, vorzugsweise aus Leder, da dieses robuster ist.  Die Brandsohle, d.h. der zum Fuß zeigende Teil der Sohle, kann z.B. aus Relada (recyceltes Leder) oder Kork sein. Außerdem wird natürlich die Laufsohle benötigt. Plant man mehrere Paare Schuhe lohnt sich der Kauf einer Sohlenplatte.
Weiteres benötigtes Zubehör sind: Textilkleber, Schuhkleber (Kövulfix), Ösen, Vlieseline H250, ggf. eine Lochzange (eine Prym Zange reicht auch). Einen Hammer sollte auch jeder im Haushalt haben.

Das klingt jetzt alles erstmal nach ziemlich viel, aber liest man das sehr ausführliche Ebook von Rabaukowitsch aufmerksam und arbeitet sich schrittchenweise voran, ist die Herausforderung Schuhe durchaus machbar.


Wie ihr schon gelesen habt, gibt es den Schuh mit Außen- oder Innennaht. Einen Kinderschuh habe ich mit Außennaht genäht, die übrigen Schuhe mit Innennaht und für diese schlägt mein Herz. Der Schuh sieht einfach schlanker und sportlicher aus. Außerdem gibt es den Schuh in low oder high cut.

Der Schuh, den ich euch heute zeige, ist low cut und mit Innennaht.

Außenstoff ist ein Dry Oilskin, der Innenstoff und der Zierstreifen ein leichterer Baumwollstoff und die Umrandung sowie Hackenschutz ein Kunstleder - alles von Frau Tulpe.
Der Stoffverbrauch ist relativ gering; Reste lassen sich gut verarbeiten. Wer zuvor schon Taschen genäht hat, hat sicher (Kunst-)Leder und festere Stoffe wie z.B. Canvas im Haus...

Die Brandsohle aus Relada habe ich von Snaply. Der Bogen misst 100 x 70 cm und reicht für viiiiele Paare Schuhe (derzeit auf knapp 10 € reduziert). Die Vibram Laufsohle 4 mm habe ich als Sohlenplatte von Extremtextil (gibt es in unterschiedlichen Größen), ebenso die elastischen Schnürsenkel mit Verschluss. Die Sohlenplatte 35 x 50 cm hat 20 € gekostet und reichte für drei Schuhpaare (Gr. 38, 26 und 30). Plant man nur einen Schuh reicht auch die Sohlenplatte 25 x 35 cm für 11 €. Statt der Kordel sind natürlich auch einfache Schnürsenkel möglich, vielleicht sogar von aussortierten Schuhen?! Ansonsten kosten 2 Verschlüsse für 1 Paar Schuhe 1,20 € und die Kordel 0,60 € je m.


Na, habt ihr auch Lust bekommen euch Barfußschuhe zu nähen? :-)


* Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Baarfoots von Rabaukowitsch*

Stoff:
  • Außenstoff "Traditional British Oilskin Antique" von Frau Tulpe
  • Innenstoff Maru Dot grün von Frau Tulpe
  • Umrandung Kunstleder aus meiner Restekiste- von Frau Tulpe
  • Vlieseline H250 aus meinem Bestand
  • Walk für die Einlage aus meinem Bestand

Zubehör:

Verlinkt:

2019/06/25

Die Barfoots sind da

BY kleineSchneiderin IN , , , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

vielleicht habt Ihr es schon mitbekommen?
Es gibt einen ganz neuen Schnitt, der die Nähwelt bereichern und begeistern wird: die Baarfoots aus der Feder von Inga von Rabaukowitsch! Ich durfte Teil des wunderbaren und wertschätzenden Probenähteams sein  :-)


Nie hätte ich gedacht, dass man Schuhe selbst "machen" kann, geschweige denn, dass ich mal Schuhe nähen werde. Doch dann kam Inga...Rabaukowitsch ist ja bekannt für die ausgefeilten besonderen Schnitte, die anspruchsvoll aber durchaus machbar sind. Auf den Probenähaufruf musste ich mich also bewerben!

Die Barfußschuhe gibt es in den Größen 20-35 (Lille) und 36-48 (Groot). Da ist wirklich für jeden was dabei! Den Anfang machen heute die Baarfoots, die ich meinem Kleinen genäht habe.


Als allererstes galt es sich mit dem zu verwendenden Material auseinanderzusetzen. Das Ebook enthält nicht nur einen umfangreichen Einkaufszettel, sondern auch weitere Infos und Tipps hinsichtlich der verschiedenen Materialien.

Sowohl für den Außenstoff als auch für den Innenstoff werden feste Stoffe wie zum Beispiel Canvas, Jeans, festes Leinen, Dry Oilskin, (Kunst-)leder empfohlen. Für den Umlauf und den Hackenschutz wird (Kunst-)Leder empfohlen, wobei Kunstleder nicht so robust ist wie echtes Leder.
Darüber hinaus wird Material für die sogenannte "Brandsohle" benötigt. Das ist der Teil der Sohle, der zum Fuß hin zeigt. Hier eignen sich zum Beispiel Relada (formstabiles recyceltes Leder) oder Korkstoff. Den Abschluss nach unten bildet die Laufsohle, eine Gummisohle mit der Stärke 1,8 - 4 mm. Plant man mehrere Paare Schuhe zu nähen, empfielt sich der Kauf einer Sohlenplatte.

Weiteres benötigtes Zubehör sind Textilkleber, Schuhkleber (Kövulfix), Ösen, Vlieseline H250. Mit der Prym Zange, kann man mit dem richtigen Aufsatz auch Löcher ausstanzen, sodass der Kauf einer extra Lochzange nicht nötig ist. Einen Hammer sollte auch jeder im Haushalt haben.

Die bunten Ösen sind von A*****. Sie sehen zwar toll aus, das Anbringen war jedoch keine Freude, da der Schaft zu kurz war, sodass ich die leider nicht weiterempfehlen kann.


Zunächst galt es die richtige Größe zu bestimmen, indem man den Fußumriss aufzeichnet und eine Linie von der längsten Zehe bis zur Ferse zieht. Diesem Wert fügt man 12 mm hinzu und kann dann anhand der im Ebook enthaltenen Tabelle die Größe bestimmen. Bei meinem Kleinen war es Größe 26. Anpassungen für schmalere oder breitere Füße, welche in der Anleitung auch beschrieben werden, habe ich nicht vorgenommen.


Los gehts! Angeraten wird ein Probeschuh um sich ein Verständnis der Nähschritte anzueignen und ggf. Stolperfallen auszumachen. Und das der erste Versuch nicht gleich gelingt, ist dann auch nur halb so wild. Mein Probeschuh ist auch ohne Partner geblieben...doch ich war nun gerüstet für den zweiten Versuch.









Schließlich hat man die Wahl zwischen low cut und high cut. Ich habe hier die Variante high cut genäht.

Außerdem gibt es die Möglichkeit einen Schuh mit Außennaht oder mit Innennaht zu nähen. Hier seht ihr die Version mit Innennaht.











Bei der Außennaht wird die Innensohle an die Brandsohle genäht. Diese Naht ist die von außen sichtbare. Anschließend wird die Laufsohle unten drangeklebt.

Bei der Innennaht wird der Schuh umgestülpt und die Innensohle links auf rechts angenäht. Eine Naht ist von außen nicht zu sehen, da die Brandsohle lediglich angeklebt wird. Die bei dieser Variante mit mehr Nahtzugabe zugeschnittene Umrandung und Hackenschutz werden um die Brandsohle geklappt und schön flach festgeklebt. Hierauf wird schließlich die Laufsohle geklebt. Guckt man nun von oben in den Schuh hinein, sieht man die Nahtzugaben der zusammengenähten Innensohle und Schaft. Versteckt wird diese unter einer noch zu nähenden Einlage.

Nicht zu unterschätzen ist die Vorarbeit: damit meine ich den Zuschnitt. Hier ist akkurates Arbeiten ganz wichtig. Jedes Schnittteil wird auf den Stoff aufgezeichnet und dann nochmals exakt die Nahtzugabe. Das nimmt bereits einige Zeit in Anspruch. Wichtig ist den rechten und den linken Schuh bei gleichzeitigem Zuschnitt auf getrennten Stapeln aufzubewahren und am besten noch auf der linken Stoffseite entsprechend zu beschriften damit man nicht durcheinander kommt.

Die Anleitung ist sehr umfangreich, enthält viele Bilder und jeder Schritt wird eingehend beschrieben. Wichtiges ist durch fette Schrift oder Unterstreichen hervorgehoben. Die Mühe wird am Ende mit einem "richtigen" Schuh belohnt!


Für dieses Paar Schuhe habe ich grünen Dry Oilskin mit festem Baumwoll-/Leinenstoff, beides von Frau Tulpe, kombiniert. Die Brandsohle ist aus Relada von Snaply. Der große Bogen 100 cm x 70 cm ist seeehr ergiebig und aktuell im Preis reduziert. Für die Laufsohle habe ich mir eine Vibram Sohlenplatte mit 4 mm bei Extremtextil gekauft. Bei Umrandung, Hackenschutz, Zierstreifen und Anziehlasche habe ich Leder aus einer Tüte mit Lederresten von Karstadt verwendet. Für Kinderschuhe gerade so ausreichend. Die Kappe habe ich bei Außen- und Innenstoff mit H 250 verstärkt. Wir lieben unsere Barfoots jetzt schon!


Na, hab ich euch Lust auf mehr gemacht? Schon am Donnerstag folgt das nächste Paar...
...bis dahin!


* Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Baarfoots von Rabaukowitsch*
Stoff: Dry Oilskin und Canvas von Frau Tulpe
Zubehör: Relada Brandsohle von Snaply, Vibram Sohlenplatte von Extremtextil
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2019/06/18

Schlafis im Doppelpack

BY kleineSchneiderin IN , , , , , 5 comments

Hallo zusammen :-)

heute gibts wenig Text und dafür mehr Bilder. Meine Kinder brauchten dringend Schlafanzüge. Ich wollte ihnen gerne Geschwister-Schlafanzüge aus dem gleichen Stoff nähen. Da diese jeden Tag und viele Stunden getragen werden, war mir hier Bio-Qualität wichtig.


Gefunden habe ich schließlich diesen süßen Faultierstoff von Lillestoff mit dem passenden Sternchen-Kombistoff dazu. Sowohl das Faultiermotiv als auch die Sternchen fand ich für mein Vorhaben sehr passend... :-D


Ich konnte die Schlafanzüge bei der Bestellung schon vor mir sehen. Der Schnitt ist der "Kinderschlafanzug Milo" von Pattydoo. Ein gemütlicher langärmliger Schlafanzug mit schmaler Hose, in die ein Gummi in den Bund eingezogen wird.


Für meine Tochter habe ich Gr. 128 genäht:


Für meinen Sohn Gr. 104:




Nachdem Theo erst skeptisch war, tragen beide Kinder ihre Schlafanzüge inzwischen sehr gern und fühlen sich offensichtlich wohl darin. Vielleicht ist es ihm leichter gefallen sich zu überwinden, weil seine große Schwester den gleichen Anzug bekommen hat?

Obwohl...ähnlich ergeht es dem vernähten Findus, den er sich beharrlich weigert anzuziehen. Und auch da gibt es ein geschwisterliches Doppel. Doch das ist ein anderes Thema.


Wenigstens den Schlafanzug hat er so lieb gewonnen, dass es inzwischen sogar ein Graus ist, wenn sein Faultieranzug in der Wäsche ist...



Inzwischen habe ich Flatlays schätzen gelernt und werde mich daran gerne auch in Zukunft versuchen. Hier kann man sich kreativ austoben und in aller Ruhe fotografieren. Das habe ich auch bei den Schlafis gemacht:







Schnittmuster: Milo von Pattydoo
Stoff: Lillestoff
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Menschenskinder

2019/06/11

Verliebt in Elodie

BY kleineSchneiderin IN , , , 2 comments

...gleich vorab: die gewählte Überschrift ist nicht übertrieben! Bald wird meine Tochter eingeschult und schon lange vorher stand für mich fest, dass ich ihr Einschulungskleid nähen werde - Ehrensache quasi. Ich glaube keine Mädchen-Mama kommt an der Elodie von Farbenmix vorbei. Spätestens zur Einschulung hat sie dich!





Elodie ist ein wahrer Mädchentraum, da es einen gaaaaanz weit schwingenden Rock hat. Mit dem figurnahen Brustbereich und dem gerafften weiten Carmenausschnitt wirkt es sehr festlich. Durch eine entsprechende Stoffauswahl kann man hier noch einen oben drauf setzen. Das wollte ich hier (noch) nicht, denn dieses ist meine Probe-Elodie. Ich nähe ja sonst nie Probekleider, aber da ich mir bei der Größenwahl nicht sicher war, habe ich mich nicht an den teuren Stoff rangetraut.



 Glücklicherweise hatte ich noch ausreichend Popeline-Stoff für ein Probekleid zu Hause. Ausreichend heißt in diesem Fall bei Gr. 122/128 stolze 1,80 m. Denn dieser Stoff, den ich mal günstig bei Traumbeere gekauft habe, wollte ursprünglich mal ein Kleid für mich werden. Aber Pläne ändern sich manchmal...


Nochmal kurz etwas zur Größenwahl: nach der Körpergröße meiner Tochter hätte ich mich ganz klar für Gr. 122/128 entschieden (das Kleid sieht Doppelgrößen vor). Nach der - zugegebenermaßen - Fertigmaßtabelle, hätte ich ihr bei Brustumfang 55 cm in der Weite aufgrund ein paar Zentimentern extra für Bequemlichkeitszugabe eine Gr. 110/116 nähen müssen. Dabei ist sie nun wirklich nicht so schmal. Nach der Anprobe hat sich gezeigt, dass es nicht kleiner hätte sein dürfen. So passt die Elodie perfekt, engt nicht ein. Meine Tochter ist sogar schon ohne den Reißverschluss zu öffnen reingeschlüpt. Trotzdem würde ich auf diesen nicht verzichten.


Auch wenn die Farbe vielleicht nicht jedes Mädchenherz höher schlagen lässt, gehört dieses Kleid zu den liebsten meiner Tochter. Denn es ist das erste Drehkleid, dass sie besitzt.





Bei diesem Kleid musste ich mich nochmal mit dem nahtverdeckten Reisverschluss auseinandersetzen, an dem ich beim Rock Lotta Skirt schonmal kläglich gscheitert bin. Dieses Mal hab ist er mir tatsächlich gelungen und ich habe endlich das Prinzip verstanden :-)
Zuvor dachte ich der nahtverdeckte Reißverschlussfuß wirds schon richten und wenn der Reißverschluss in der "Rille" langläuft, genügt das. Nun hab ich verstanden, dass ich da noch ordentlich mithelfen muss und die Zähne zur Seite klappen muss, damit die Nadel genau hinter den Zähnchen einstechen kann.


Mit diesen Erkenntnissen zu Passform und Reißverschluss kann ich mich nun demnächst an das Einschulungskleid wagen.


Schnittmuster: Elodie von Farbenmix
Stoff: Popeline von Traumbeere
Verlinkt: Creadienstag + Kiddikram