2019/06/25

Die Barfoots sind da

BY kleineSchneiderin IN , , , , 2 comments

Hallo Ihr Lieben,

vielleicht habt Ihr es schon mitbekommen?
Es gibt einen ganz neuen Schnitt, der die Nähwelt bereichern und begeistern wird: die Baarfoots aus der Feder von Inga von Rabaukowitsch! Ich durfte Teil des wunderbaren und wertschätzenden Probenähteams sein  :-)


Nie hätte ich gedacht, dass man Schuhe selbst "machen" kann, geschweige denn, dass ich mal Schuhe nähen werde. Doch dann kam Inga...Rabaukowitsch ist ja bekannt für die ausgefeilten besonderen Schnitte, die anspruchsvoll aber durchaus machbar sind. Auf den Probenähaufruf musste ich mich also bewerben!

Die Barfußschuhe gibt es in den Größen 20-35 (Lille) und 36-48 (Groot). Da ist wirklich für jeden was dabei! Den Anfang machen heute die Baarfoots, die ich meinem Kleinen genäht habe.


Als allererstes galt es sich mit dem zu verwendenden Material auseinanderzusetzen. Das Ebook enthält nicht nur einen umfangreichen Einkaufszettel, sondern auch weitere Infos und Tipps hinsichtlich der verschiedenen Materialien.

Sowohl für den Außenstoff als auch für den Innenstoff werden feste Stoffe wie zum Beispiel Canvas, Jeans, festes Leinen, Dry Oilskin, (Kunst-)leder empfohlen. Für den Umlauf und den Hackenschutz wird (Kunst-)Leder empfohlen, wobei Kunstleder nicht so robust ist wie echtes Leder.
Darüber hinaus wird Material für die sogenannte "Brandsohle" benötigt. Das ist der Teil der Sohle, der zum Fuß hin zeigt. Hier eignen sich zum Beispiel Relada (formstabiles recyceltes Leder) oder Korkstoff. Den Abschluss nach unten bildet die Laufsohle, eine Gummisohle mit der Stärke 1,8 - 4 mm. Plant man mehrere Paare Schuhe zu nähen, empfielt sich der Kauf einer Sohlenplatte.

Weiteres benötigtes Zubehör sind Textilkleber, Schuhkleber (Kövulfix), Ösen, Vlieseline H250. Mit der Prym Zange, kann man mit dem richtigen Aufsatz auch Löcher ausstanzen, sodass der Kauf einer extra Lochzange nicht nötig ist. Einen Hammer sollte auch jeder im Haushalt haben.

Die bunten Ösen sind von A*****. Sie sehen zwar toll aus, das Anbringen war jedoch keine Freude, da der Schaft zu kurz war, sodass ich die leider nicht weiterempfehlen kann.


Zunächst galt es die richtige Größe zu bestimmen, indem man den Fußumriss aufzeichnet und eine Linie von der längsten Zehe bis zur Ferse zieht. Diesem Wert fügt man 12 mm hinzu und kann dann anhand der im Ebook enthaltenen Tabelle die Größe bestimmen. Bei meinem Kleinen war es Größe 26. Anpassungen für schmalere oder breitere Füße, welche in der Anleitung auch beschrieben werden, habe ich nicht vorgenommen.


Los gehts! Angeraten wird ein Probeschuh um sich ein Verständnis der Nähschritte anzueignen und ggf. Stolperfallen auszumachen. Und das der erste Versuch nicht gleich gelingt, ist dann auch nur halb so wild. Mein Probeschuh ist auch ohne Partner geblieben...doch ich war nun gerüstet für den zweiten Versuch.









Schließlich hat man die Wahl zwischen low cut und high cut. Ich habe hier die Variante high cut genäht.

Außerdem gibt es die Möglichkeit einen Schuh mit Außennaht oder mit Innennaht zu nähen. Hier seht ihr die Version mit Innennaht.











Bei der Außennaht wird die Innensohle an die Brandsohle genäht. Diese Naht ist die von außen sichtbare. Anschließend wird die Laufsohle unten drangeklebt.

Bei der Innennaht wird der Schuh umgestülpt und die Innensohle links auf rechts angenäht. Eine Naht ist von außen nicht zu sehen, da die Brandsohle lediglich angeklebt wird. Die bei dieser Variante mit mehr Nahtzugabe zugeschnittene Umrandung und Hackenschutz werden um die Brandsohle geklappt und schön flach festgeklebt. Hierauf wird schließlich die Laufsohle geklebt. Guckt man nun von oben in den Schuh hinein, sieht man die Nahtzugaben der zusammengenähten Innensohle und Schaft. Versteckt wird diese unter einer noch zu nähenden Einlage.

Nicht zu unterschätzen ist die Vorarbeit: damit meine ich den Zuschnitt. Hier ist akkurates Arbeiten ganz wichtig. Jedes Schnittteil wird auf den Stoff aufgezeichnet und dann nochmals exakt die Nahtzugabe. Das nimmt bereits einige Zeit in Anspruch. Wichtig ist den rechten und den linken Schuh bei gleichzeitigem Zuschnitt auf getrennten Stapeln aufzubewahren und am besten noch auf der linken Stoffseite entsprechend zu beschriften damit man nicht durcheinander kommt.

Die Anleitung ist sehr umfangreich, enthält viele Bilder und jeder Schritt wird eingehend beschrieben. Wichtiges ist durch fette Schrift oder Unterstreichen hervorgehoben. Die Mühe wird am Ende mit einem "richtigen" Schuh belohnt!


Für dieses Paar Schuhe habe ich grünen Dry Oilskin mit festem Baumwoll-/Leinenstoff, beides von Frau Tulpe, kombiniert. Die Brandsohle ist aus Relada von Snaply. Der große Bogen 100 cm x 70 cm ist seeehr ergiebig und aktuell im Preis reduziert. Für die Laufsohle habe ich mir eine Vibram Sohlenplatte mit 4 mm bei Extremtextil gekauft. Bei Umrandung, Hackenschutz, Zierstreifen und Anziehlasche habe ich Leder aus einer Tüte mit Lederresten von Karstadt verwendet. Für Kinderschuhe gerade so ausreichend. Die Kappe habe ich bei Außen- und Innenstoff mit H 250 verstärkt. Wir lieben unsere Barfoots jetzt schon!


Na, hab ich euch Lust auf mehr gemacht? Schon am Donnerstag folgt das nächste Paar...
...bis dahin!


* Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt

Schnittmuster: Baarfoots von Rabaukowitsch*
Stoff: Dry Oilskin und Canvas von Frau Tulpe
Zubehör: Relada Brandsohle von Snaply, Vibram Sohlenplatte von Extremtextil
Verlinkt: creadienstag + Kiddikram

Kommentare:

  1. Wow! Die sind wunderwunderschön geworden! Die Kombi mit dem Kreise-Canvas gefällt mir wahnsinnig gut.

    Liebe Grüße, Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank :-))
      Ja, der Stoff ist einfach ein Hingucker: ich hab ihn ja auch schon für einen Kinderrock und für die Pfiffikus verwendet.

      Liebe Grüße,
      Janine

      Löschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z.B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.